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Was passiert mit Ihrer Website, wenn Ihr Dienstleister ausfällt

Zugänge, Domain und Datensicherung gehören dem Unternehmen — nicht der Agentur. Wer das nie geprüft hat, merkt es im schlechtesten Moment.

Titelbild: KI-generiert (KI-Bildgenerator)

Thorsten Heß
Thorsten Heß MOLOTOW Web Development

“Können Sie mir die Zugangsdaten zu unserer Website schicken?”

Diese Frage bekomme ich regelmäßig. Oft von Unternehmen, die ihre Website seit Jahren betreiben und nie ein Problem damit hatten — bis der bisherige Betreuer nicht mehr erreichbar war. Krank geworden, in den Ruhestand gegangen, im Streit auseinandergegangen oder schlicht verschwunden.

Was dann folgt, läuft fast immer gleich ab. Man sucht in alten Mails. Man findet einen Vertrag, der auf den Namen der Agentur läuft. Man ruft beim Hoster an und erfährt, dass man selbst gar nicht auskunftsberechtigt ist.

Das ist ärgerlich, wenn es um eine Kleinigkeit geht. Es wird ernst, wenn die Website ausfällt und niemand sie wieder online bringen kann.

Es geht nicht um Misstrauen

Ich schreibe das ausdrücklich nicht als Warnung vor Dienstleistern. Ich bin selbst einer. Bei vielen meiner Kunden ist alles sauber geregelt, und das ist der Normalfall.

Aber es ist ein Unterschied, ob etwas geregelt ist, weil jemand daran gedacht hat — oder ob es nie zur Sprache kam. Der zweite Fall ist häufiger, und man merkt ihn erst, wenn es zu spät ist.

Die drei Punkte, die zählen

Die Domain

Die Adresse Ihrer Website ist der wichtigste Punkt. Sie muss auf das Unternehmen registriert sein — nicht auf den Dienstleister, nicht auf eine Privatperson, die zufällig dort arbeitet.

Der Grund ist unangenehm einfach: Wer als Inhaber eingetragen ist, entscheidet über die Domain. Wenn dort der falsche Name steht und die Zusammenarbeit endet nicht im Guten, wird aus einer technischen Frage ein juristischer Vorgang. Ich habe Fälle erlebt, in denen das Monate gedauert hat.

Nachsehen können Sie das selbst: Für eine .de-Domain zeigt die Abfrage bei der DENIC den Inhaber. Für andere Endungen fragen Sie Ihren Dienstleister nach dem Eintrag — eine ehrliche Antwort dauert zwei Minuten.

Das Hosting

Viele Dienstleister bündeln ihre Kunden bei einem Hosting-Anbieter und stellen die Kosten weiter — als Reseller. Das ist in der Praxis oft die bessere Lösung: ein Ansprechpartner für alles, aufeinander abgestimmte Konfiguration, schnellere Reaktion im Problemfall. Entscheidend ist nicht, wessen Name auf der Rechnung steht.

Entscheidend ist, was im Trennungsfall passiert: Bekommen Sie zeitnah eine vollständige Kopie Ihrer Website und Ihrer Daten? Gibt es einen klaren, dokumentierten Weg für den Wechsel? Ein Dienstleister, der professionell arbeitet, beantwortet das ohne Umschweife und ohne dass daraus ein Politikum wird.

Die Sicherung

Fast jeder Dienstleister legt Sicherungen an. Die entscheidende Frage ist, ob Sie selbst an eine herankommen.

Eine Sicherung, die ausschließlich beim Hoster oder auf dem Rechner des Betreuers liegt, hilft Ihnen nicht, wenn Sie den Zugang verlieren. Sinnvoll ist eine Kopie an einem Ort, den Sie kontrollieren — ein Ordner in Ihrer Cloud genügt.

Und: Eine Sicherung, die noch nie zurückgespielt wurde, ist eine Vermutung. Das gilt für Website-Sicherungen genauso wie für alle anderen.

Was das in der Praxis heißt

Sie brauchen dafür keinen Termin und kein Projekt. Es reicht, drei Fragen zu stellen:

Auf wen ist unsere Domain registriert? Wie läuft im Ernstfall der Wechsel des Hosting-Anbieters ab, und wie schnell bekommen wir dabei unsere Daten? Wo liegt eine Sicherung, an die wir selbst herankommen?

Ein Dienstleister, mit dem alles in Ordnung ist, beantwortet das in einer Mail. Kommt keine klare Antwort, wissen Sie auch etwas.

Was ich nicht empfehle

Ich rate ausdrücklich davon ab, sich sämtliche Zugänge aushändigen zu lassen und sie in einer Tabelle zu sammeln. Passwörter, die im Unternehmen herumliegen, sind ein eigenes Risiko — und für den Ernstfall brauchen Sie sie gar nicht. Wer Inhaber der Domain ist und weiß, wie er im Ernstfall an eine vollständige Sicherung kommt, kommt auch ohne das alte Passwort wieder an sein System.

Es geht nicht darum, alles selbst zu können. Es geht darum, im Ernstfall handlungsfähig zu sein.

Wenn Sie unsicher sind

Wenn Sie nach diesen drei Fragen ein ungutes Gefühl haben, schauen wir gemeinsam darauf. Meist ist die Lage besser als befürchtet — und wo sie es nicht ist, lässt sich das in Ruhe geraderücken, solange nichts brennt.

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Thorsten Heß — Gründer MOLOTOW Web Development

Über den Autor

Thorsten Heß

Gründer · MOLOTOW Web Development

Seit über 20 Jahren beschäftige ich mich mit dem Web — von der ersten handgeschriebenen HTML-Seite bis zu komplexen KI-gestützten Plattformen. Bei MOLOTOW Web Development in Lahr entwickeln wir für kleine wie für mittelständische Unternehmen Lösungen, die nicht nur gut aussehen, sondern auch nach Jahren noch wartbar sind. Seit 2024 ergänzen wir unser Portfolio um zertifizierte KI-Beratung nach dem EU AI Act. Wenn Du eine Idee, ein Problem oder nur eine kurze Frage hast — schreib uns.

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